Materia medica Notfallmittel

Die folgenden Hinweise sind ausdrücklich für Homöopathieschüler und Patienten, die mit der homöopathischen Behandlung vertraut sind. Beachten Sie, dass sie in jedem Fall eigenverantwortlich handeln und die Hinweise zur Selbstbehandlung keine notwendigen Arztbesuche ersetzen. Im Zweifel rufen Sie mich bitte an, oder wenden Sie sich an eine der oben genannten Notfallstellen.


Aconitum napellus

Aconitum napellus

Eine ausgeprägte, panikartige körperliche und geistige Unruhe ist das Hauptcharakteristikum von Aconitum. Laut Hahnemann ist es die große Furchtsamkeit und Angst des Gemütes, die Aconit indiziert. Die Symptome gehen einher mit hoher nervlicher Erregbarkeit; ängstlich, nach draußen zu gehen, in eine Menschenmenge zu gehen, wo Aufregung oder viele Leute sind; die Straße zu überqueren. Plötzlich und unvermittelt heftig auftretende Krankheitsbilder, bei denen der Patient verzweifelt um ärztliche Hilfe bittet. Im Fieber ist die Haut ist trocken und heiß; das Gesicht rot, oder blaß und rot abwechselnd; brennender Durst nach großen Mengen kalten Wassers; Panik- und Angstreaktionen, Beklemmung bei großer nervöser Reizbarkeit, vor allem infolge eines Unfalls. Unruhig, ängstlich, tut alles in großer Hast. Muss häufig die Lage wechseln und erschrickt beim geringsten Anlass. Angezeigt bei: Beschwerden nach dem Miterleben eines Unfalls oder einem heftigen Schrecken. Schockzuständen infolge eines Unfalls. Schrecken, Unfällen, Neuralgien, Bauchfellentzündung, Gastroenteritis (Ruhr), beginnenden Fieberzuständen sowie zur Behandlung von Folgeerscheinungen chirurgischer Eingriffe (Schock).

Allium cepa

Allium cepa

Allium cepa ist die Küchenzwiebel. Für das Verständnis der Nasen- und Augensymptome erinnern Sie sich einfach an ihr letztes Zwiebelschneiden. Dieses Mittel repräsentiert die häufigsten Schnupfenbilder sowie die allergische Reaktion an Auge, Nase und Hals: mit scharfer Nasenabsonderung und Kehlkopfsymptomen, milder Augensekretion; Erkältung von Sängern. Die wichtigste Modalität ist die Verschlimmerung Abends und im warmen Zimmer sowie die Besserung im Freien. Es ist angezeigt bei allgemeinen Erkältungsbeschwerden, durch naßkaltes Wetter, scharfes Nasensekret und milder Tränenfluss, die Nase läuft, die Augen brennen und jucken, Hals bzw. Kehlkopf entzündet, Heuschnupfen im Frühjahr, wässrige Blasen der Haut durch Druck und Reibung (wandern, neue Schuhe).

Apis mellifica

Apis mellifica, die Honigbiene, dient der Behandlung von Insektenstichen, Quaddelausschlägen und akuten Schwellungen der Haut und Schleimhäute. Der typische Bienenstich liefert ein gutes Bild der Indikation. Röte und Schwellung, stechende Schmerzen, schlimmer durch Wärme und besser durch Kälte. Besonders die Schwellungen werden von großer Unruhe und Durstlosigkeit begleitet. Der Patient hat eine starke Neigung um Weinen und ist sehr berührungsempfindlich.

Arnica

Arnica montana

Arnica steht in der Notfallbehandlung für TRAUMA. Im Volksmund wurde es von alters her "Fallkraut" genannt. Arnica hat eine starke Wirkung auf Blutgefäße und Muskulatur. Es ist daher angezeigt für die Erste Hilfe bei allen Verletzungen, Schlägen, Zerrungen, Wunden oder Überanstrengungen, die mit Schmerz, Gefühl einer Quetschung und Bewegungsschwierigkeiten einhergehen, vor allem aber auch bei frischen Muskelverletzungen mit schmerzhaften Blutergüssen. Weiterhin hat es sich vor und nach Operationen sowie nach stark blutenden Zahnextraktionen als hilfreich erwiesen, indem es allzu starke Blutungen lindert. Auch beim Schädel-Hirn-Traum, als Gehirnerschütterung von außen oder Schlaganfall von innen, hat es eine außerordentliche Wirkung. Es heilt sämtliche Folgen von Traumata, wie z.B. traumatisches Fieber. Dabei ist es egal wie lange das Trauma zurückliegt. Im Akutfall ist der Patient unruhig, wälzt sich hin und her um eine schmerzfreie Position zu finden, lehnt Hilfe ab "Ich brauche keinen Arzt", ist sehr berührungsempfindlich und will nicht berührt werden.

Arsenicum album

Arsenicum album

Unruhe, Kälte und ausgeprägte Schwäche sind typische Kennzeichen von Arsenicum album. Im allgemenen verweist Arsenicum auf ein schwerwiegendes Krankheitsbild. Es ist das Hauptmittel zur Behandlung schwerer, großflächiger Verbrennungen, 3. und 4. Grades (offene Wunden und Verkohlung). Bei Lebensmittelvergiftungen durch verdorbenes oder in Zersetzung befindliches Fleisch oder anderen Ursachen mit stark schwächendem wässrigem Durchfall mit oder ohne gleichzeitigem Erbrechen. Vom Gemüt her erscheint der Patient furchtsam und äusserst unruhig, er findet keine ruhige Lage, wechselt gerne den Ort. Es ist angezeigt bei Lebensmittelvergiftung nach Verzehr von verdorbenem Essen, Fleisch, Soßen und Giftpilzen. Gleichzeitiges Auftreten von schwächendem, reichlichem Durchfall und Erbrechen (Gastroenteritis). Schwere, großflächige Verbrennungen (je nach den Symptomen vor Causticum und Cantharis). Heftige nächtliche Asthmaanfälle. Wichtige Modalitäten sind: schlimmer durch Kälte, besser durch Wärme und Verlangen nach Wärme, schlimmer um Mittag und Mitternacht.

Belladonn

Belladonna

Belladonna ist neben Aconit eines der am häufigsten eingesetzten Fiebermittel bei Kindern. Passend für Menschen die lebhaft und fröhlich sind wenn es ihnen gut geht, jähzornig, wütend und delirant, wenn sie krank sind. Frauen und Kinder mit hellem Haar und blauen Augen. Es hilft bei akuten lokalen Entzündungen mit plötzlichem Beginn und raschem Verlauf; besonders im Peritonealraum (Blinddarmentzündung). Fieber mit trockener, brennend heißer Haut, Schweiß nur an bedeckten Körperteilen, glatte, leuchtende, scharlachrote Körperoberfläche; gerötetes Gesicht, glänzende Augen mit erweiterten Pupillen; Klopfen in den Halsschlagadern; der Puls rasch und voll. Bei Fieber und Sonnenstich scheint der Patient zu glühen: das Gesicht ist feuerrot, die Pupillen erweitert, starrer, verschreckter und beinahe wild wirkender Blick. Der Betroffene scheint eher wütend als verängstigt (wie Aconitum). In den deutlich hervortretenden Kopf- und Halsschlagadern pocht das Blut.

Bryonia alba

Bryonia alba

Bryoniapatienten sind reizbar, neigen zu Heftigkeit und Zorn; dunkles oder schwarzes Haar, dunkle Komplexion, feste Muskulatur; trockene, nervöse, schlanke Menschen. Bryonia hat eine äußerste Trockenheit der Schleimhäute des ganzen Körpers; Lippen und Zunge sind trocken, ausgedörrt, rissig; der Stuhl ist trocken wie verbrannt; der Husten ist trocken, hart, quälend, mit spärlichem Auswurf; der Urin ist dunkel und wenig; großer Durst. Dies entspricht vielen akuten Infekten in einem frühen Stadium, bevor sie produktiv werden. Der Bryonia Patient will Ruhe, selbst wenn der Arzt kommt dreht er sich weg und will nicht angesprochen werden. Ein wichtiges Charakteristikum: die Schmerzen bessern sich bei völliger (körperlicher und geistiger) Ruhe und verschlimmern sich deutlich bei Bewegung, Atmen und Husten. Dasselbe gilt bei Verletzungen der Bänder und Muskeln: ruht der Patient, hat er keine oder fast keine Schmerzen, bewegt er sich auch nur ein wenig, steigt der Schmerz stark an, die Bewegungsfähigkeit wird blockiert. Angezeigt bei Muskel- und Sehnenverletzungen, die sich durch Ruhe bessern und bei der geringsten Bewegung schlimmer werden (Sehnenscheidenentzündung, Muskel- Sehnenabriss) und akuten Infekten, Fieberzuständen (im Zusammenhang mit rheumatischen Beschwerden, grippalen Infekten).

Calendula

Calendula officinalis

Sowohl in homöopathischer Potenz als auch in Urtinktur ist Calendula ein hilfreiches Mittel zur sicheren Vernarbung, Vermeidung von Infektionen und einer späteren Eiterung von Wunden. Auch zur Förderung der Vernarbung von Weichteilen bei Wunden, bei denen der Gewebsverlust so groß ist, dass die Wundränder keinen Kontakt haben. Auch zur Behandlung oberflächlicher Verbrennungen. Fördert außerdem eine gesunde Granulation von Wunden, verhindert Eiterung und die Entstehung unförmiger Narben. Bei Muskel- und Sehnenrissen; Rissen während der Wehen; durchdringende Gelenkverletzungen mit Verlust von Synovialflüssigkeit. Traumatischer Geschlechtsverkehr, Riss des Jungfernhäutchens, Vergewaltigungen. Gebärmutterhalsriss und Scheidenriss bei der Geburt. Dekubitus; entzündete Geschwüre mit aggressivem Eiter; wund werdende, variköse Geschwüre. Die Geschwüre werden schmerzhaft, als hätte man ihnen einen Schlag versetzt (vergleiche Arnica); übermäßig starke Eiterung.

Cantharis

Cantharis

Charakteristisch für Cantharis ist ein maßlos brennender Schmerz. Das Cantharidin, Hauptgiftstoff des Stiches der spanischen Fliege, führt zu starker Hautreizung und Blasenbildung. In homöopathischer Zubereitung ist es daher zur Behandlung aller Arten von Verbrennungen hervorragend geeignet. Verbrennungen und Verbrühungen, vor und nach der Ausbildung von Blasen. Bläschenausschlag mit Brennen, Stechen und Jucken; Hautrötung mit Bläschen und ausgeprägter Unruhe. Eine weitere Anwendung findet Cantharis in der Behandlung akuter Blasenentzündung. Starkes Brennen vor, während und nach dem Wasserlassen mit anhaltendem Harndrang, der niemals befriedigt werden kann; es gehen immer nur ein paar Tropfen Harn ab. Ein zweites Charakteristikum dieses Mittels ist, daß es sehr starke und heftige Entzündungen hervorruft, die sich extrem schnell entwickeln. Bei Harnwegserkrankungen schreitet der Zustand mit solcher Geschwindigkeit voran, daß die Reizung und das Brennen innerhalb weniger Minuten entsetzliche Ausmaße annehmen und der Patient beim Urinieren vor Schmerzen schreit.

Causticum

Causticum

Causticum erzeugt ein Gefühl von Roheit und Wundheit, wie es auch bei Verbrennungen auftritt, und aufgrund dieser Eigenschaft eignet es sich nicht nur zur Heilung akuter Verbrennungen (auch solcher zweiten Grades), sondern auch zur Behandlung der Folgesymptomatik schwerer Verbrennungen, etwa schlecht verheilter Wunden. Eine Besonderheit Causticums liegt in seinen seelischen Symptomen. Causticumzustände entwickeln sich typischerweise langsam und infolge lang anhaltenden Kummers. Der Causticum Patient zeichnet sich aus durch eine starke Sensibilität für Ungerechtigkeiten und starkes Mitgefühl für Andere. Eine weitere Indikation für die Erste Hilfe liegt in der Behandlung von akuten Lähmungen durch Kälte oder Überanstrengung. Lähmungen einzelner Körperteile, lähmungsartiges Schwächegefühl durch kalten, trockenen Wind oder Luftzug (kältebedingte Gesichtslähmung); auch bei mit der Zeit stärker werdenden, chronischen Lähmungserscheinungen die einhergehen mit einem immer stärkeren Zusammenziehen der Sehnen, wodurch der Patient eine gekrümmte Haltung einnehmen muss. Eines der Hauptmittel bei Multipler Sklerose und Gesichtslähmung. Stimmlosigkeit und Heiserkeit durch kalten, trockenen Luftzug und übermäßiges Singen oder Sprechen. Stimmverlust bei Sängern. Rheumatische Beschwerden mit Verkürzung der Sehnen und Spannen der Muskeln.

Chamomilla

Chamomilla

Chamomilla Patienten werden beim geringsten Anlaß zornig und äußern ihren Zorn auf schnippische Art, gleichgültig gegen die Gefühle anderer. Chamomilla ist ein Mittel zur Behandlung von plötzlich und heftig auftretenden Beschwerden bei sehr schmerzempfindlichen Personen, vor allem Kindern. Bei launischen Kindern, die zur Verzweiflung getrieben sind und völlig außer sich geraten; sie sind ungeduldig, schreien und brüllen aus Leibeskräften beim geringsten Widerspruch. Launische und sehr reizbare Kinder während der Zahnung. Kinder während der Stillzeit, die Krämpfe bekommen, wenn ihre Mutter in Wut oder Aufregung geraten ist. Kinder, die während der Zahnung unter Krämpfen leiden. Ihre Reizbarkeit geht nur dann zurück, wenn man sie in den Arm nimmt und fortwährend mit ihnen umhergeht. Magenschmerzen und Erbrechen durch Aufregung. Kinder: Beschwerden während der Zahnung mit Krämpfen und Durchfall. Säuglinge: Krämpfe, nachdem sich die Mutter aufgeregt hat.

Gelsemium

Gelsemium sempervivens

Gelsemium eignet sich besonders für Kinder, junge Leute, besonders Frauen von nervösem, hysterischem Temperament. Es besitzt eine ausgeprägte Affinität zum Nervensystem, wo es Lähmungen verschiedener Muskelgruppen hervorruft, Schwäche, Trägheit der Muskeln. In homöopathischen Gaben setzt man es zur Behandlung dieser Beschwerden ein. Das Hauptanwendungsgebiet liegt bei all jenen Beschwerden, die zu Lähmungserscheinungen, ausgeprägter Schwäche, Schweregefühl und Zittern führen, ob nun emotionalen (schlimme Vorahnungen, Schrecken, Angst oder schlechte Nachrichten), infektiösen (Grippe, Virusinfekte) oder toxischen Ursprungs (Botulismus). Beschwerden vor einer Verabredung, Prüfung oder öffentlichem Auftreten, Beschwerden durch schlimme Vorahnungen. Panik vor Prüfungen oder Bühnenauftritten. Nach Aufregungen, Kummer oder Hiobsbotschaften, mit Schluckstörungen (Dysphagie), Hysterie und Stimmlosigkeit nach Erregung. Das gesamte Muskelsystem ist entspannt, geschwächt, Arme und Beine scheinen so schwer, dass sie fast nicht bewegt werden können.

Hamamelis

Hamamelis virginica

Ein nordamerikanischer Strauch, einem Haselnussstrauche ähnlich, dessen Zweige als Wünschelruthe gebraucht wurden, daher der Name: Witch hazel (Hexen-Hasel). Das Mittel zur Behandlung von Verletzungen der Weichteile mit schmerzhafter, venöser Blutfülle, Blutungen, Blutergüssen, Venenentzündung bei Krampfadern und Hämorrhoiden. Die heftigen Schmerzen der betroffenen Blutbahnen werden durch die Wirkung von Hamamelis beseitigt. Blutungen aus allen Körperöffnungen: Nase, Lunge, Eingeweiden, Gebärmutter und Blase. Hämorrhagische Purpura. Dunkel gefärbte Blutungen durch venöse Blutfülle. Zur Reabsorption von posttraumatischen intraokularen Blutungen; bei Augenblutungen durch plötzlichen Hustenreiz. Anhaltendes Nasenbluten durch Schläge; Nasenbluten, durch das sich Kopfschmerzen bessern. Dunkle Blutungen nach Zahnextraktionen, Ösophagusvarizenblutung (Hämatemesis). Reichliche dunkle Hämorrhoidalblutungen, sehr erschöpfend, als würde der Rücken brechen.

Hypericum

Hypericum perforatum

Die Wunden, bei denen sich Hypericum als hervorragendes Hilfsmittel erwiesen hat, sind Wunden an Teilen, die reich an Sinnesnerven sind, weshalb es als "Nerven - Arnica" bezeichnet wird. Ein Charakteristicum von Verletzungen oder Wunden bei denen Hypericum besonders hilft ist seine besondere Schmerzempfindlichkeit. Die Verletzungen schmerzen sehr und sind sehr empfindlich gegen Berührung. Angezeigt ist Hypericum bei Quetschung und Prellung von Fingern und Zehen, Handflächen, Fußsohlen, Wirbelsäule und Steißbein, mit unerträglichen Schmerzen. Auch Biss-, Schnitt-, Stich-, oder Rißwunden an den angegebenen Stellen erfordern Hypericum. Der Klassiker bei Kindern ist der in der Tür eingeklemmte Finger. Es unterstützt Arnica bei Krampfanfällen infolge eines Schädel-Hirn Traumas und hilft bei Nervenschmerz nach Operationen, Verletzung des Steißbeins durch komplizierte Entbindung, Phantomschmerzen amputierter Gliedmaßen.

Ledum palustre

Ledum palustre

Wilder Rosmarin wächst in kalten Gegenden Nordeuropas. Er wirkt besonders auf Muskeln, Bänder, Sehnen und das Gefäßsystem. Zusammen mit Arnica und Hypericum ist er eines der Hauptmittel bei Traumata. Ledum folgt gut nach Arnica wenn das akute, heiße Stadium vorüber ist und der Bluterguß noch stark ist (blaues Auge). Angezeigt bei langanhaltenden Verfärbungen nach Verletzungen. Außerdem ist es hilfreich zur Vorbeugung und Behandlung von Mückenstichen. Tiefgehende Wunden und Stichverletzungen der Handflächen und Fußsohlen, Insektenstiche (vor allem Mücken) und andere giftige Stiche und Bisse (von Schlangen, Spinnen und Seespinnen), besonders wenn die verletzten Körperteile kalt sind. Schmerzhafte Wunden, in denen Infekte entstehen, fühlen sich kalt an und verlieren Lebenswärme; Kälte und mangelnde Lebenswärme sind vorherrschende Kennzeichen in allen Erscheinungsformen wobei Hitze verschlimmert und Kälte bessert.

Natrium muriaticum

Natrium muriaticum

Neben seinen konstitutionellen Eigenschaften ist Natrium muriaticum als Erste-Hilfe-Mittel eher unbekannt, obgleich es auch hier einer Reihe von wichtigen Anwendungsgebieten besitzt. Es passt besonders gut auf blasse, ausgemergelte oder durch schwere - körperliche oder emotionale - Verluste geschwächte Personen. Verluste von Blut oder Samenflüssigkeit. Nat. mur. Patienten haben ein starkes Bedürfnis nach Salz und gesalzenen Speisen; außerdem starken Durst auf kalte Getränke. Häufige Ursachen sind; emotionale Verluste (von Zuneigung, nahestehenden Verwandten, Kindern oder Freunden). Die Kopfschmerzen sind explosiv, klopfend durch Sonnenbäder, nach einer Anstrengung, einem Schlag oder einem Trauma; auch durch Überanstrengung der Augen (Lesen, Nähen, Miniaturmalereien, bei Uhrmachern usw.). Die Beschwerden können wie ein typischer Migräneanfall mit verschwommenem Sehen einsetzen und auf eine Kopfhälfte beschränkt sein. Schulmädchen Kopfschmerz von morgens bis abends. Neigung zu Herpes labialis. Nesselausschlag nach körperlicher Anstrengung, Vorbeugung gegen Malaria.

Nux vomica

Nux vomica

Nux vomica ist in der ersten Hilfe berühmt als das "Katermittel". Es ist geeignet für Menschen die exzessiv arbeiten und in diesem Zuge vormittags zuviel Kaffee und abends Alkohol bzw. Beruhigungsmittel zu sich nehmen; es eignet sich zur Behandlung von Vergiftungszuständen durch Alkohol, Gifte oder Beruhigungsmittel, bei Durchfall durch übermäßiges Essen und Trinken sowie bei Personen, die von ihrer Arbeit besessen sind. Es wirkt besonders bei Beeinträchtigung der Verdauung und des Nervensystems. Vom Gemüt her erscheinen Nux vomica Patienten äusserst reizbar. Sie können ohne Stimulantien nicht schlafen, erwachen häufig und liegen lange wach. Ein weiteres Merkmal ist die Frostigkeit, sie können selbst im Bett nicht warm werden. Es ist angezeigt bei akuter Gastritis durch Gifte und Stimulantien, es kommt zu Krämpfen und Zuckungen der willkkürlichen und unwillkürlichen Muskulatur, Durchfall der plötzlich erscheint, Gastroenteritis mit Hochwürgen und Erbrechen, Übelkeit beim Autofahren mit Hochwürgen.

Phosphorus

Phosphorus

Phosphorus passt gut bei hochgewachsenen, schlanken Menschen; blonde oder rote Haare; manchmal blasser, zitronengelber Teint; schnell, lebhaft, empfindsames Temperament. Junge Leute, die zu schnell wachsen; schmalbrüstig, Neigung zu gebeugter Haltung; besonders bei Anämie; blaue Ränder und Aufgedunsenheit um die Augen. Sehr offene Personen, die leicht zu beeindrucken sind und sehr sensibel und mit scharfem Blick auf ihre Umwelt reagieren. Intelligente, kooperative, liebevolle und anziehende Menschen mit künstlerischen Qualitäten, die sie begeisterungsfähig machen. Eine hervorstechende Angst ist die vor Donner bzw. Gewitter, schlimmer wenn allein. In der Ersten Hilfe ist Phosphorus angezeigt bei anhaltendem Nasenbluten mit leuchtendrotem Blut, ganz besonders bei Jugendlichen die zu schnell wachsen, bei Folgen von elektrischen Schlägen, Elektroschock, sehr empfindlich gegen atmosphärische Schwankungen, bei Wetterwechsel, Blindheit durch Blitze. Helle Blutungen nach einer Zahnextraktion. Heiserkeit und Stimmlosigkeit durch übermäßigen Gebrauch der Stimme.

Pulsatilla

Pulsatilla

Passend für Menschen mit unentschlossenem, langsamem, phlegmatischem Temperament; sandfarbenem Haar, blauen Augen, blassem Gesicht, leicht zum Lachen oder zu Tränen bewegt; von liebevoller, milder, sanfter, ängstlicher, nachgiebiger Veranlagung - das Frauenmittel (kann auch eigenwillig und dickköpfig sein, aber nie zornig). Die Patientin weint leicht: es ist fast unmöglich, dass sie ihre Beschwerden ohne Weinen erzählt. Ein Leistsymptom ist die große Wechselhaftigkeit, sowohl in den Stimmungen als auch den Symptomen. Durstlosigkeit bei fast allen Beschwerden. Als Erste Hilfe Mittel ist es angeziegt bei Magenstörungen durch reichhaltiges Essen, Kuchen, Gebäck (Sodbrennen), besonders nach Schweinefleisch oder Wurst; das Ansehen oder sogar nur der Gedanke an Schweinefleisch erregt Ekel; "übler Geschmack" am Morgen. Bei Infekten sind die Absonderungen häufig gelb bis gelblich grün und mild. Besser in frischer Luft oder einem kalten, gut gelüfteten Zimmer. Schlimmer beim Hereinkommen von draußen und in warmen Räumen.

Rhus toxicodendron

Rhus toxicodendron

Besonders geeignet für Menschen mit rheumatischer Veranlagung. Schlechte Folgen von Naßwerden, vor allem nach Überhitztsein. Gelenk- und Sehnenverletzungen, die sich durch Bewegung und beim Warmwerden der Gelenke bessern. Besonders charakteristisch für Rhus toxicodendron ist, dass die Gelenk-, Sehnen- und Knochenschmerzen im Ruhezustand zu einer Unruhe führen, die dazu zwingt, die schmerzenden Stellen zu bewegen, um sich etwas Erleichterung zu verschaffen. Beschwerden entstehen durch Verstauchen oder Überanstrengen eines einzelnen Körperteils, eines Muskels oder einer Sehne; Überheben, besonders durch hohes Hinaufstrecken, um an etwas zu gelangen; Liegen auf feuchtem Untergrund; zu langes sommerliches Baden in einem See oder Fluß. Es befällt vor allem das Bindegewebe (Schleimhäute: Bryonia); die rechte Seite häufiger als die linke. In der Notfall-Homöopathie ist es ein wichtiges Mittel bei Stauchungen, Zerrungen, Überdehnung von Bändern, Sehnen und Muskeln, die erkalten und bei denen die Beschwerden dann im Ruhezustand erneut und wesentlich schmerzhafter auftreten (Bryonia besser durch Ruhe). Überdehnungen durch Heben von Gewichten (Ischias).

Ruta

Ruta graveolens

Ruta ist eines der Arzneimittel, die sich für ihren Lebensunterhalt nicht anstrengen wollen. Vor allem die Bewegung und die körperliche Anstrengung, die das Tagewerk dem Menschen abverlangen. Ruta wird seine Fähigkeiten, Arbeitsabläufe rationell zu gestalten, auf eine höchst kreative Art zu seinem eigenen Nutzen und zur Erleichterung anderer Menschen einsetzen. In der ersten Hilfe ist ein es wichtiges Mittel für stumpfe Verletzungen von Knochen und Knochenhaut; Verstauchungen, Verrenkungen mit Quetschungsschmerzen; Lahmheit nach Verstauchungen besonders der Hand- und Sprunggelenke. Es hat eine starke Affinität zu Hand- und Fußgelenk und ist daher ein hervorragendes Mittel für Bänderriß oder Bänderdehnung. Schmerzen durch Überdehnung der Beugesehnen, vor allem der Achillessehne. Eine weitere besondere Indikation sind schmerzhafte, gerötete Augen mit verschwommenem Sehen nach Überanstrengung der Augen (Lesen, Nähen usw.). Es ist angezeigt bei: Traumatische Verletzungen der Knochen, Knochenhaut und Knorpel mit schmerzhaften Beschwerden. Beschwerden durch Überanstrengung der Augen; Kopfweh, Schwachsichtigkeit usw.; die Augen brennen und tun weh, fühlen sich angestrengt oder heiß an, wie Feuerbälle.

Silicea

Silicea terra

Das Mittel entfaltet tiefe Wirkung bei empfindlichen, nervösen Menschen mit geringen Widerstandskräften. Bei schüchternen, ängstlichen Patienten mit scheinbar sanftem und liebenswürdigem Wesen, das jedoch im Kontrast zu ihrer Reizbarkeit bei Widerspruch steht; sie verfolgen alle Ziele mit großer Willenskraft, Zähigkeit und Hartnäckigkeit. Hinter dieser Fassade sind sie aber sehr unsicher und leiden unter mangelndem Selbstvertrauen; ausgeprägte Schüchternheit, vor allem in der Öffentlichkeit, und große Ängstlichkeit vor Pflichtterminen aller Art (Prüfungen, Bewerbungsgesprächen usw.). Angstsituationen führen zu Schweißausbrüchen an den Händen. In der ersten Hilfe ist Silicea angezeigt bei Prüfungsängstlichkeit trotz bester Noten. Aufgrund seines starken Bezugs zu Haut und Nägeln ist es auch angezeigt bei eiternden Wunden (Panaritium) Fremdkörpern in Wunden, insbesondere wenn sie dadurch eitern (Abszesse). Silicea hilft Fremdkörper aus den Geweben herauszubefördern.

Staphisagria

Staphisagria

Staphisagria Patienten sind sehr empfindsam auf der Gemütsebene, leicht beleidigt über Kleinigkeiten. Eine typische Situation ist; Der Patient wurde beleidigt; da Kämpfen unter seiner Würde ist, unterdrückt er seinen Zorn und geht krank nach Hause, zitternd und erschöpft (das Gegenteil von Nux-v.). Beschwerden durch Hochmut, Neid und Ärger. Sie reagieren sehr empfindlich auf die Meinung Anderer, auf harmlose Bemerkungen oder Gesten oder auch nur mangelnde Aufmerksamkeit. Gleichzeitg werden sie beschrieben als sehr intelligente und ritterliche Menschen. In der Notfallmedizin ist es das Mittel der ersten Wahl bei Verletzungen durch glatte Schnitte, scharfe Instrumente (Messerschnitte, Operationsfolgen, Schnitte durch Papier). Es ist auch angezeigt bei sehr schmerzhafter Blasenentzündung nach dem ersten Geschlechtsverkehr oder Vergewaltigung. Wiederholt auftretende Gerstenkörner an den Augenlidern.

Stramonium

Stramonium

Manie, Angst, Panik und Gewalt sind Schlüsselbegriffe für das Verständnis von Stramonium. Schwere Alkoholvergiftungen mit Gewalttätigkeit und Delirium zeigen ein deutlichs Bild dieses Zustandes. Der Patient ist außer sich, voller Ängste und Panik vor der Dunkelheit und dem Alleinsein, aber auch zu sehr aggressiven Reaktionen fähig, während derer er über gewaltige Kräfte verfügt: er zerreißt seine Kleidung, schlägt um sich und möchte Gegenstände ins Feuer werfen. Panik vor dem Betreten eines Tunnels; Angst vor Hunden und Wasser (eines der Mittel bei Tollwut). Geschwätzigkeit mit manischen Phasen, in einem Augenlblick lacht er, singt er, macht Grimassen, im nächsten Augenblick betet er, ruft nach Hilfe. Schreckerfüllter Ausdruck, erschrickt über alle möglichen Personen oder Gegenstände. Die Augen glänzen und treten hervor, die Pupillen sind erweitert. Der Ausdruck der Augen gehört hier zu den auffälligsten Merkmalen. Kinder schreien in der Nacht nach der Mutter, auch wenn sie bei ihnen sitzt. Die Pupillen sind geweitet. Es ist angezeigt bei wilder Angst und Panik infolge von gewalttätigen Ereignissen, und im Delirium nach Alkoholvergiftung.

Symphytum

Symphytum officinalis

Symphytum ist das hervorragende Mittel zum Ausheilen von Frakturen. Es erleichtert das Zusammenwachsen von Frakturen. Die Schmerzen von Symphytum beim Ausheilen von Frakturen werden beschrieben als stechender, prickelnder Schmerz (neuralgisch). Symphytum folgt sehr gut auf Arnica, wenn das akute Stadium vorüber ist und der typische prickelnde Schmerz zurückbleibt. Es ist angezeigt bei offenen oder geschlossenen Frakturen, bei schmerzhaften Verletzungen und Abschürfungen an hervorspringenden Knochen (Jochbein, Ellbogen, Knie, Wirbelsäule, Schultern, Symphyse). Bei sehr schmerzhaften Abschürfungen, die sich durch Arnica nicht bessern. Ausserdem bei starken Schmerzen am Auge nach einem Schlag mit einem stumpfen Gegenstand (Ellbogen, Ball, Schneeball, ins Auge gestoßener Finger); vor allem, wenn keine offensichtliche Verletzung vorliegt.